Unter den Außenbeschattungssystemen gehört der Zip-Screen zu denen mit dem geringsten Pflegeaufwand. Gänzlich wartungsfrei arbeitet er jedoch nicht, und die meisten Störungen entstehen nicht durch einen mechanischen Mangel, sondern durch eine versäumte einfache Reinigung. In diesem Beitrag behandeln wir, was an Schienen, Stoff, Reißverschlussband und Motor in welchem Rhythmus zu tun ist - und wann der Stoff zu wechseln ist.
Der kritischste Pflegepunkt des Systems sind die seitlichen Führungsschienen. Das Reißverschlussband an der Stoffkante läuft in dieser Schiene; ist sie sauber, läuft die Bewegung leise und geschmeidig. Sammeln sich Staub, Sand, Blattreste oder Vogelkot in der Schiene, muss sich das Band durch diese Ablagerung quetschen. Die Folge ist zuerst lauter Lauf, dann Klemmen und zuletzt das Herausrutschen des Bandes aus der Kante.
Die Schienenreinigung ist einfach und braucht kein Spezialmittel. Bei vollständig heruntergelassenem Stoff wird der Innenkanal der Schiene mit weicher Bürste ausgekehrt und anschließend mit klarem Wasser bei niedrigem Druck gespült. Zweimal jährlich genügt, am besten im Frühjahr und im Spätherbst. Bei Anwendungen unter Bäumen oder in Küstennähe sammeln sich Laub und Salz schneller - dieser Abstand sollte dann verkürzt werden.
Öl, Fett oder Silikonspray dürfen nicht in die Schiene gebracht werden. Kurzfristig scheinen diese Mittel den Lauf zu erleichtern; doch eine ölige Oberfläche bindet Staub und bildet im Kanal mit der Zeit eine pastenartige Schicht. Diese Schicht ist der am schwersten zu entfernende Schmutz und erschwert am Ende genau die Bewegung, die sie erleichtern sollte. Die Schiene sollte trocken und sauber bleiben.
Das Reißverschlussband ist das Bauteil, das die Windfestigkeit des Systems sicherstellt, und sollte einmal jährlich in Augenschein genommen werden. Zu prüfen ist, ob entlang der Naht, mit der das Band am Stoff sitzt, Ausfransungen, Verdünnungen oder gerissene Nähte auftreten. Beginnt am Band eine örtliche Schwächung, steigt das Risiko, dass der Stoff im Sturm aus der Schiene springt. Ein früh erkanntes Problem lässt sich meist allein durch Reparatur dieses Abschnitts beheben.
Bei der Stoffreinigung gilt: harsche Methoden vermeiden. Screen-Gewebe wird mit weicher Bürste und kaltem Seifenwasser gereinigt und dann mit viel Wasser gespült. Bleichmittel, Lösungsmittel, Verdünner und Hochdruckreinigung sind zu vermeiden; sie schädigen die PVC-Ummantelung der Garne und verkürzen die Lebensdauer. Kristall-PVC ist nur mit weichem Tuch und viel Wasser abzuwischen und keinesfalls trocken.
Der Stoff darf nie längere Zeit nass geschlossen bleiben. Bleibt er aufgerollt oder heruntergelassen feucht, bilden sich Schimmelflecken, die meist nicht mehr herausgehen. Das System nach Regen eine Weile offen zu lassen und das Trocknen abzuwarten, ist für sich genommen eine Gewohnheit, die die Stofflebensdauer deutlich verlängert. Bei motorisierten Systemen ist das eine Sache von Sekunden per Fernbedienung.
In innerstädtischen Anwendungen sind Abgasruß und Baustaub die Hauptursache dafür, dass der Stoff an Aussehen verliert. Diese Verschmutzung bildet einen feinen Film auf der Stoffoberfläche und macht die Farbe stumpf. Regelmäßiges Spülen verhindert, dass dieser Film dauerhaft wird. Lässt man ihn lange auflaufen, wird die Reinigung schwer und der Stoff erreicht selbst nach dem Waschen seinen alten Glanz nicht mehr.
Bei motorisierten Systemen braucht der Motor selbst keine Wartung; zu prüfen sind die Endlageneinstellungen. Der Stoff längt sich mit der Zeit minimal und der Ausfallstab kann versuchen, über die definierte untere Grenze hinauszufahren. Dann arbeitet der Motor unter unnötiger Last und der Stoff wird gespannt. Es genügt, einmal jährlich zu beobachten, ob untere und obere Position am richtigen Punkt stoppen.
Ist ein Windsensor vorhanden, gehört dessen Funktionsprüfung zur Pflege. Der Sensor sitzt außen, der Witterung ausgesetzt, und kann mit der Zeit Staub oder Spinnweben ansetzen. Zu Saisonbeginn sollte er gereinigt und seine Reaktion mit einer Testfahrt bestätigt werden. Ein nicht funktionierender Sensor fällt erst im ersten Sturm auf - dann ist es zu spät. Automatisierungsdetails haben wir in diesem Beitrag behandelt.
Eine kurze Vorbereitung vor dem Winter sorgt für eine störungsfreie Saison. Die Schienen werden gereinigt, der Stoff gewaschen und vollständig getrocknet, das Reißverschlussband geprüft und die Endlagen des Motors kontrolliert. Wird das System über den Winter nicht genutzt, sollte der Stoff nicht geschlossen, sondern in der Kassette aufgerollt bleiben; so ist er vor Witterung und UV geschützt.
Das erste Anzeichen für einen fälligen Stoffwechsel ist der Spannungsverlust. Ein neuer Stoff ist im heruntergelassenen Zustand glatt; über die Jahre längen sich die Fasern etwas und auf der Fläche zeigt sich leichte Welligkeit. Für sich ist das kein dringendes Problem, es führt aber dazu, dass der Stoff im Wind stärker arbeitet und das Reißverschlussband mehr Last trägt.
Das zweite Anzeichen ist Verschleiß im Kantenbereich. Die Linie, an der das Reißverschlussband am Stoff sitzt, ist der am stärksten beanspruchte Punkt. Öffnen sich entlang dieser Linie Garne oder dünnt der Stoff aus, sollte der Wechsel eingeplant werden. Das dritte Anzeichen ist Farb- und Oberflächenverlust: Stoff mit verschlissener Beschichtung wird hart, wirkt matt und erreicht auch nach der Reinigung seinen alten Zustand nicht mehr.
Ein Stoffwechsel bedeutet nicht, das ganze System zu erneuern. Kassette, Schienen, Ausfallstab und Motor bleiben; nur Stoff und Reißverschlussband werden getauscht. Das zeigt, warum es sich lohnt, bei der Erstinstallation in die Qualität der Mechanik zu investieren: Eine gute Mechanik überdauert mehrere Stoffleben. Beim Wechsel lässt sich auch der Gewebetyp ändern; der Übergang von Screen zu Kristall-PVC ist auf demselben System möglich. Die Gewebearten haben wir in diesem Beitrag verglichen.
Zusammengefasst lässt sich die Zip-Screen-Pflege auf drei Punkte bringen: Schienen zweimal jährlich reinigen und nie schmieren, den Stoff nicht nass geschlossen lassen, Reißverschlussband und Motorendlagen einmal jährlich prüfen. Diese Routine verlängert die störungsfreie Laufzeit deutlich und verhindert die meisten Störungen, bevor sie auftreten. Sehen Sie sich unsere Zip-Screen-Systeme an und sprechen Sie uns zu Pflege und Stoffwechsel Ihres bestehenden Systems an.
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Häufig gestellte Fragen
Nein. Eine ölige Oberfläche bindet Staub und bildet im Kanal eine pastenartige Schicht; diese erschwert genau die Bewegung, die sie erleichtern sollte. Die Schiene sollte trocken und sauber bleiben.
An drei Anzeichen: Spannungsverlust mit Welligkeit im heruntergelassenen Zustand, sich öffnende Garne oder dünner werdender Stoff entlang der Bandnaht, sowie hart und matt gewordener Stoff.
Nein. Kassette, Schienen, Ausfallstab und Motor bleiben; nur Stoff und Reißverschlussband werden getauscht. Dabei lässt sich auch der Gewebetyp ändern.