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Die erste Unterscheidung bei der Markisenwahl lautet: Ist das System im eingefahrenen Zustand geschützt? Die Gelenkarmmarkise ist die klassische Bauform, die über Gelenkarme aus- und einfährt; eingefahren bleiben Stoff und Arme offen liegen. Die Kassettenmarkise nimmt dieselbe Mechanik in ein Aluminiumgehäuse auf; eingefahren schließen Stoff, Arme und Tuchwelle vollständig ein. In diesem Beitrag vergleichen wir beide nach Schutz, Lebensdauer, Windverhalten, Pflege und Kosten.

Das Funktionsprinzip der Gelenkarmmarkise ist schlicht. Der Stoff ist auf eine an Wand oder Decke befestigte Tuchwelle gewickelt; beidseitige Gelenkarme schieben den Stoff mit Feder- oder Gasdruck nach vorn und halten ihn straff. Beim manuellen Modell erfolgt die Bewegung über Kurbel oder Gurt, beim motorisierten über einen Rohrmotor. Da nur wenige Bauteile verbaut sind, sind Fertigung und Wartung einfach und die Störungswahrscheinlichkeit gering.

Bei der Kassettenmarkise sitzt dieselbe Mechanik in einem Aluminiumgehäuse, das sich beim Einfahren schließt. Bei der Vollkassette sind Stoff, Arme und Welle nach dem Schließen vollständig von der Witterung abgeschottet. Bei der Halbkassette ist die Oberseite geschützt, die Unterseite bleibt jedoch offen; das ist eine Zwischenlösung - günstiger als die Vollkassette, aber nur mit Teilschutz.

Der greifbarste Unterschied zeigt sich in der Stofflebensdauer. Der Stoff verschleißt im Freien am schnellsten; UV, Feuchtigkeit, Staub und Vogelkot wirken unmittelbar auf ihn. Bei der Gelenkarmmarkise bleibt der Stoff auch eingefahren offen liegen und ist diesen Einflüssen dauerhaft ausgesetzt. Bei der Kassettenmarkise ist der Stoff während der gesamten Nichtnutzung eingeschlossen. Das verlängert Farb- und Spannungslebensdauer spürbar.

Der Mechanikschutz folgt derselben Logik. Arme, Gelenke und Motor bleiben bei der Gelenkarmmarkise ganzjährig draußen. Staub und Feuchtigkeit erhöhen mit der Zeit die Reibung an den Gelenken und beeinflussen die Federspannung. Bei der Kassettenmarkise sind diese Bauteile eingeschlossen, sodass die Mechanik länger wie am ersten Tag arbeitet. Servicebedarf und verstellte Einstellungen treten bei Kassettensystemen daher seltener auf.

Das Windverhalten unterliegt bei beiden denselben Grenzen. Eine Markise ist eine flexible Fläche und muss ab einer bestimmten Windgeschwindigkeit eingefahren werden; je länger die Arme, desto größer die Auftriebskraft auf den Stoff. Wir sehen den Windsensor deshalb nicht als optionales Zubehör, sondern als Sicherheitsbauteil. Der Sensor fährt die Markise automatisch ein, sobald die gemessene Geschwindigkeit den Schwellenwert überschreitet - das System schützt sich auch in Ihrer Abwesenheit. Eine Kassette erhöht die Windbeständigkeit im ausgefahrenen Zustand nicht; sie schützt nur geschlossen.

Bei der Schneelast gilt für beide dieselbe Regel: Eine Markise ist für aufliegenden Schnee nicht geeignet und sollte über die Wintermonate eingefahren sein. Bei der Kassettenmarkise ist das System geschlossen ohnehin geschützt, ein langer Winter im eingefahrenen Zustand bereitet also keine Probleme. Bei der Gelenkarmmarkise bleibt der Stoff auch eingefahren draußen und ist den ganzen Winter der Witterung ausgesetzt.

Beim Ausfall haben beide ähnliche Grenzen; entscheidend ist nicht die Kassette, sondern die Armkonstruktion. Mit wachsender Armlänge steigt das Moment auf Stoff und Wandbefestigung. Bei großen Ausfällen wird daher der Armquerschnitt verstärkt, ein Zwischenarm ergänzt oder eine Stütze gesetzt. Bei Kassettenmodellen ist zusätzlich die Kassettenhöhe zu beachten; fehlt an der Fassade der nötige Platz, passt eine Vollkassette womöglich nicht.

Ästhetisch wirkt die Kassettenmarkise an der Fassade aufgeräumter. Eingefahren bleibt ein schmaler Aluminiumkasten; Stoff, Arme und Welle sind nicht sichtbar. Bei der Gelenkarmmarkise bleiben eingefahrener Stoff und Arme sichtbar. An modernen Fassaden und in Gebäuden mit gemeinsamem ästhetischem Standard, etwa Wohnanlagen, wird meist die Kassettenvariante bevorzugt, mitunter von der Verwaltung sogar vorgeschrieben.

Auch der Pflegeaufwand unterscheidet sich. Bei der Gelenkarmmarkise verschmutzt der Stoff schneller; er muss einige Male im Jahr mit warmem Wasser und pH-neutraler Seife sowie weicher Bürste gereinigt werden. Bei der Kassettenmarkise ist der Stoff geschützt, die Reinigungsintervalle werden länger. Die wichtigste Regel gilt für beide: den Stoff nie längere Zeit nass eingefahren lassen, da Schimmel und Flecken entstehen können - nach Möglichkeit erst nach dem Trocknen einfahren.

Der Kostenunterschied ist real. Eine Kassettenmarkise kostet wegen des zusätzlichen Aluminiumgehäuses, der Schließmechanik und der aufwendigeren Montage mehr als eine Gelenkarmmarkise gleicher Größe. Dem steht die längere Lebensdauer von Stoff und Mechanik gegenüber, die die Lebenszykluskosten ausgleicht. Bedenkt man, dass der Stoff im Schnitt alle acht bis zwölf Jahre gewechselt wird, gleicht ein geschützter Stoff durch den längeren Zyklus den Unterschied mit der Zeit aus.

Was passt also wann? Die Gelenkarmmarkise empfehlen wir bei budgetbestimmten Projekten, für saisonale und überwiegend sommerliche Nutzung, an Fassaden ohne ausreichenden Platz für eine Kassette und in geschützten Lagen mit Überdachung. Die Kassettenmarkise wählen wir für Systeme, die ganzjährig an der Fassade bleiben, für wind- und staubexponierte Lagen, für anspruchsvolle Umgebungen wie die Meeresküste und für Gebäude, bei denen die Fassadenästhetik zählt.

Auch die Unterscheidung manuell/motorisiert gehört zur Entscheidung. Eine manuelle Gelenkarmmarkise ist bei seltener Nutzung und schmalen Maßen wirtschaftlich. Eine motorisierte Gelenkarmmarkise bietet bei großen Maßen und täglicher Nutzung Komfort; zudem funktionieren Wind- und Sonnensensoren nur bei motorisierten Systemen. Planen Sie Sensoren ein, ist das motorisierte Modell zwingend.

Für Fassaden mit Sondermaßen und -formen genügen Standardmodelle womöglich nicht. Dank eigener Fertigung nehmen wir bei Sondermarkisen Maß an der tatsächlichen Form der Fläche; mit Lösungen wie der Wintent-Sondermarkise entsteht auch an gebogenen oder trapezförmigen Fassaden ein straffes, sauberes Ergebnis.

Bei der Entscheidung sind folgende technische Punkte zu prüfen: Armtyp und Armquerschnitt, Stoffart und UV-Beständigkeit, Nahtqualität, Wandstärke der Kassette und Dichtheit ihres Verschlusses, Motorhersteller und Lebensdauer, Anzahl der Wandkonsolen sowie Verankerung in Stahlbeton. Wir empfehlen, diese Punkte schriftlich im Angebot zu verlangen.

Zusammengefasst ist die Gelenkarmmarkise eine schlichte, wirtschaftliche Lösung und in geschützten Lagen mehr als ausreichend. Die Kassettenmarkise verlängert die Lebensdauer, indem sie Stoff und Mechanik ganzjährig schützt, wirkt an der Fassade aufgeräumter und punktet in anspruchsvollen Umgebungen. Die richtige Entscheidung hängt von Lage der Fassade, Nutzungshäufigkeit und Budget ab. Sehen Sie sich unsere Markisensysteme an - das passende Modell legen wir gemeinsam fest.

Um zu klären, ob Gelenkarm- oder Kassettenmarkise zu Ihrer Fassade passt, fordern Sie eine kostenlose Besichtigung an.

Häufig gestellte Fragen

Wegen des zusätzlichen Aluminiumgehäuses, der Schließmechanik und der aufwendigeren Montage. Dafür gleichen geschützter Stoff und Mechanik die Lebenszykluskosten aus.

Ausgefahren nicht; die Windgrenze hängt von Arm- und Stoffkonstruktion ab. Die Kassette schützt nur geschlossen. Bei beiden Systemen sollte ein Windsensor eingesetzt werden.

Bei der Kassettenmarkise. Da der Stoff während der gesamten Nichtnutzung eingeschlossen ist, bleibt er vor UV, Feuchtigkeit und Staub geschützt - Farbe und Spannung halten länger.