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Faltglas ist ein Verglasungssystem, bei dem über Scharniere verbundene Glaspaneele ziehharmonikaartig falten und sich an einer Seite sammeln. Die Paneele laufen in einer Boden- und einer Kopfschiene; geöffnet falten sie paarweise und bilden an einem Ende der Fassade ein schmales Paket. Damit wird nahezu die gesamte Öffnung frei. In diesem Beitrag betrachten wir, wie Faltglas arbeitet, warum es für Balkone gewählt wird und worauf es bei der Ausführung ankommt.

Grundlage des Systems ist eine Reihe scharnierverbundener Paneele. Die Paneele sind paarweise miteinander verscharniert; beim Öffnen knickt ein Paar nach innen oder außen und legt sich nebeneinander. Das Panelgewicht lastet auf Rollen in der Bodenschiene, während die Kopfschiene das Panel in der Vertikalen führt. Bei manchen Systemen trägt die Kopfschiene das Gewicht; diese Lösung lässt die Bodenschiene nahezu flach und ermöglicht einen schwellenlosen Übergang, erfordert jedoch einen kräftigen oberen Träger.

Die größte Stärke von Faltglas ist der Öffnungsanteil. Beim Schiebeglas stapeln sich die Flügel übereinander, sodass etwa die Hälfte der Öffnung geschlossen bleibt; beim Faltglas falten die Paneele und werden schmal, der Paketbereich ist also weit kleiner. In einer typischen Ausführung bleibt der größte Teil der Öffnung frei. Wo Innen und Außen vollständig verschmelzen sollen - etwa an einer Fassade vom Wohnzimmer zum Balkon - wird dieser Unterschied entscheidend.

Wo das Paket sitzt, ist die wichtigste Entwurfsentscheidung. Die Paneele können sich zu einer Seite sammeln oder von der Mitte zu beiden Seiten teilen. Das Sammeln zu einer Seite legt den Durchgang auf eine Seite und lässt eine breitere Öffnung. Das Teilen zu beiden Seiten wirkt symmetrisch und halbiert die Paketdicke. Welche Anordnung richtig ist, hängt von der Balkongeometrie, der Türposition und Ihrer Möblierung ab - das klären wir gemeinsam bei der Besichtigung.

Auch die Faltrichtung beeinflusst die Entscheidung. Die Paneele können nach innen oder nach außen falten. Beim Falten nach innen ragt das Paket in den Innenraum, dieser Bereich muss möbelfrei bleiben. Beim Falten nach außen bleibt das Paket draußen und der Innenraum vollständig frei; allerdings dürfen Balkongeländer oder Fassadenelemente das Paket nicht behindern. Auf schmalen Balkonen ist das Falten nach außen meist die praktischere Lösung.

Ästhetisch hat Faltglas ein charakteristisches Erscheinungsbild. Geschlossen erzeugen die Paneele rhythmische senkrechte Linien; in mancher Architektursprache ist diese Textur gewollt, in anderer zergliedert sie den Ausblick zu stark. Schlanke Profile mindern den Effekt merklich. Hat ein ununterbrochener waagerechter Ausblick Priorität, kann Guillotine-Glas mit seinen waagerechten Stößen besser passen.

Die Glassicherheit ist auch hier unverzichtbar. Bei Faltglasanwendungen kommt kein normales Floatglas zum Einsatz; meist wird 8 mm Einscheibensicherheitsglas bevorzugt. Das Vorspannen macht das Glas etwa vier- bis fünfmal fester und sorgt dafür, dass es in kleine Krümel mit stumpfen Kanten statt scharfer Splitter zerfällt. Da die Paneele häufig bewegt werden und über die Scharniere Last aufnehmen, empfehlen wir, Nachweise zu Glasdicke und Vorspannung zu verlangen.

Bei der Abdichtung ist die Erwartung richtig zu setzen. Zwischen den Paneelen und in den Schienen sitzen Bürstendichtungen; sie halten Wind und Staub ab und verhindern weitgehend eindringenden Regen. Eine Bürstendichtung ist jedoch nicht so luftdicht wie die EPDM-Dichtungen in Isolierglasfenstern. Faltglas schafft einen geschützten halboffenen Bereich, keinen beheizten Innenraum. Für die Winternutzung ist es zusammen mit einem Infrarotheizgerät zu planen.

Die Wasserführung ist das beim Faltglas am häufigsten übersprungene Detail. Damit in die Bodenschiene eindringendes Regenwasser abfließen kann, hat das Schienenprofil Entwässerungsbohrungen. Verstopfen diese mit Staub, Laub und Sand, staut sich Wasser in der Bodenschiene und verschleißt mit der Zeit Rollen und untere Scharnierbefestigungen. Die Schiene mit leichtem Gefälle nach außen zu montieren und die Bohrungen richtig zu setzen, entscheidet über jahrelang störungsfreien Betrieb.

Die Scharnierqualität bestimmt beim Faltglas maßgeblich die Lebensdauer. Jedes Panelpaar nimmt beim Öffnen und Schließen wiederkehrende Last über die Scharniere auf. Scharniere aus Edelstahl oder hochfestem Aluminium halten diesem Zyklus viele Jahre stand; bei schwachen Scharnieren entsteht mit der Zeit Spiel, die Paneele verlieren ihre Flucht und die Schließdichtung leidet. Wir empfehlen, das Scharniermaterial im Angebot schriftlich ausweisen zu lassen.

Auch Maßgrenzen sind zu beachten. Je breiter ein Panel, desto schwerer wird es und desto höher die Last auf den Scharnieren; deshalb hält man Paneele beim Faltglas meist schmal und erhöht ihre Zahl. Mit steigender Panelzahl wächst jedoch die Paketdicke. Dieses Gleichgewicht richtet sich nach der Fassadenlänge: Überschreitet der Paketbereich bei sehr langen Fassaden ein vertretbares Maß, kann Schiebeglas die sinnvollere Lösung sein.

Faltglas sollte als Teil eines Systems geplant werden, nicht für sich allein. Wenn oben eine bioklimatische Pergola oder ein Glasdach, seitlich Faltglas und bei Bedarf Zip-Screens zusammenkommen, wird der Außenbereich bei jedem Wetter zu einem geschützten Raum. Sind Farbe, Profillinie und Beschlagslogik von Anfang an abgestimmt, wirkt das Ergebnis wie ein stimmiges architektonisches Ganzes.

In der Pflege stechen drei Punkte hervor. Die Bodenschiene sollte monatlich mit Staubsauger oder feuchtem Tuch gereinigt werden; angesammelter Staub und Sand belasten die Rollen. Auf Scharniere und Rollen kann einmal jährlich ein silikonbasiertes Gleitmittel aufgetragen werden; kein Fett oder Maschinenöl verwenden, da diese Staub binden. Die Glasfläche wird mit handelsüblichem Glasreiniger und Mikrofasertuch gereinigt; Scheuerschwämme und Metallschaber sind zu vermeiden.

Für wen eignet sich Faltglas? Für Balkon- und Terrassenbesitzer, die nahezu die gesamte Öffnung frei haben möchten, für Wohnzimmerfassaden, an denen Innen und Außen verschmelzen sollen, für Fassaden mittlerer Länge sowie für Anwendungen ohne Bedarf an einem motorisierten System. Bei sehr langen Fassaden, wo der Paketbereich zum Problem wird, und wenn ein ununterbrochener waagerechter Ausblick Priorität hat, treten andere Glassysteme in den Vordergrund.

Folgende technische Punkte sind bei der Entscheidung zu prüfen: Profilquerschnitt und Wandstärke, Scharniermaterial und Anbindungsart, ob das Gewicht auf Boden- oder Kopfschiene getragen wird, die Entwässerungslösung der Bodenschiene, Glasdicke mit Vorspannungsnachweis, Qualität der Bürstendichtungen und Verankerung in Stahlbeton. Stehen diese Punkte schriftlich im Angebot, können Sie Systeme wirklich vergleichen.

Zusammengefasst ist Faltglas eine Lösung, die dank ziehharmonikaartig faltender Paneele nahezu die gesamte Öffnung freigibt und die Grenze zwischen innen und außen aufhebt. Für ein gutes Ergebnis müssen Scharnierqualität, Lage des Paketbereichs, Faltrichtung und Bodenschienenentwässerung von Anfang an richtig geplant sein. Sehen Sie sich unsere Faltglassysteme an - die zur Balkongeometrie passende Panelanordnung legen wir gemeinsam fest.

Um zu klären, ob Faltglas zu Ihrem Balkon passt, fordern Sie eine kostenlose Besichtigung an.

Häufig gestellte Fragen

Nahezu vollständig. Da die Paneele falten und schmal werden, ist der Paketbereich klein; es bleibt nicht wie beim Schiebeglas die halbe Öffnung geschlossen.

Bürstendichtungen verhindern eindringenden Regen weitgehend. Es ist jedoch nicht so luftdicht wie ein Isolierglasfenster; es entsteht ein geschützter halboffener Bereich.

Beim Faltglas falten die Paneele zu einem schmalen Paket und der Großteil der Öffnung bleibt frei. Beim Schiebeglas stapeln sich die Flügel übereinander, sodass dieser Abschnitt geschlossen bleibt.