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Ein Zip-Screen ist ein Außenbehang, bei dem ein Reißverschlussband an die Stoffkanten geschweißt wird und in den seitlichen Aluminiumschienen verriegelt. Beim klassischen Rollo hängt der Stoff nur an der Unterschiene; beim Zip-System ist er an beiden Kanten in der Schiene fixiert. Dieser eine konstruktive Unterschied verändert das Verhalten bei Wind und die Einsatzmöglichkeiten vollständig. In diesem Beitrag betrachten wir, wie ein Zip-Screen arbeitet, wofür welcher Stoff dient und worauf es bei der Ausführung ankommt.

Im Zentrum steht die Reißverschluss-Schienen-Verriegelung. Das mit Hochfrequenzschweißung an beide Stoffkanten gefügte Zip-Band läuft in den Kanal der Seitenschienen und bleibt dort mechanisch verriegelt. Fährt der Stoff herunter, wandert das Band die Schiene entlang; beim Einfahren tritt es wieder aus. Durch diese Verriegelung bleibt der Stoff stets straff, flattert nicht im Wind und lässt an den Rändern keinen Spalt. Das von klassischen Rollos bekannte Schlagen sowie das Eindringen von Regen und Insekten an den Rändern entfallen.

Die Windbeständigkeit ist der deutlichste Vorzug des Zip-Screens. Da der Stoff an beiden Kanten fixiert ist, konzentriert sich die Windlast nicht an einem Punkt, sondern verteilt sich entlang der Schiene. Das ergibt eine deutlich höhere Beständigkeit als bei einem klassischen Rollo gleicher Größe. Dennoch ist der Zip-Screen ein System mit flexibler Fläche und muss ab einer bestimmten Windgeschwindigkeit eingefahren werden. Bei motorisierten Modellen sehen wir den Windsensor daher nicht als optionales Zubehör, sondern als Sicherheitsbauteil.

Die Sonnenkontrolle bestimmt die Stoffwahl. Mikroperforierte Screen-Stoffe haben einen Wert namens Openness-Faktor, der den Lochanteil der Stofffläche angibt. Stoffe mit niedrigem Openness-Faktor halten mehr Sonne ab und erhöhen die Privatsphäre, erschweren aber den Blick nach draußen. Stoffe mit hohem Faktor erhalten den Ausblick, beschatten jedoch schwächer. Fassadenausrichtung und Ihre Erwartung an den Ausblick entscheiden, in welche Richtung Sie diese Balance legen.

Eine wichtige Eigenschaft von Screen-Stoff ist die einseitige Durchsicht. Tagsüber ist es draußen heller als drinnen, Sie sehen also hinaus, während von außen das Innere nicht erkennbar ist. Schalten Sie abends das Licht ein, kehrt sich das um; bei hellem Innenraum und dunkler Umgebung ändert sich die Blickrichtung. Ist abendliche Privatsphäre wichtig, sollte man von Anfang an wissen, dass Screen-Stoff allein dafür nicht genügt.

Transparenter Kristall-PVC-Stoff dient einem völlig anderen Zweck. Er ist eine klare, unperforierte Fläche; er hält Wind und Regen vollständig ab und bewahrt den Ausblick nahezu ungestört. Er ist der meistgewählte Stoff, um die Terrasse im Winter zu schließen und Außenbereiche von Cafés und Restaurants an kalten Tagen nutzbar zu machen. Dafür atmet er nicht; im geschlossenen Zustand kann sich Feuchtigkeit sammeln, weshalb eine Belüftung eingeplant werden muss.

Verdunkelungsstoff hingegen hält Licht vollständig ab. Er wird gewählt, wo volle Privatsphäre und Dunkelheit nötig sind - etwa an einem Terrassenabschnitt vor einem Schlafzimmer oder in Außenbereichen mit Projektor. Da der Stoff kein Licht durchlässt, kühlt er den Bereich darunter spürbar. Weil er den Ausblick vollständig schließt, wird er meist nur im benötigten Abschnitt eingesetzt, nicht über die ganze Fassade.

Der Insektenschutz ist ein oft übersehener Vorteil des Zip-Screens. Da der Stoff an beiden Kanten in der Schiene verriegelt und die Unterschiene auf dem Boden aufsetzt, entsteht der bei klassischen Rollos bekannte Randspalt nicht. Ist die Lochgröße des Screen-Stoffs klein genug, bleiben Fliegen und ähnliche Insekten draußen. Für kleinere Tiere wie Mücken gibt es Zip-Stoffe mit speziellem Insektengittergewebe; sie lassen Luft durch, erhalten den Ausblick weitgehend und sperren Insekten aus.

Ein Zip-Screen sollte als seitlicher Abschluss eines Systems gedacht werden, nicht für sich allein. Kommen oben eine bioklimatische Pergola, ein Rolling Roof oder ein Glasdach und seitlich Zip-Screens zusammen, wird der Außenbereich zu einem geschützten Raum. Im Sommer filtert Screen-Stoff die Sonne und erhält die natürliche Belüftung; im Winter hält Kristall-PVC den Wind ab und macht den Bereich mit einem Infrarotheizgerät nutzbar. Auch der saisonale Wechsel der Stoffart an derselben Fassade ist möglich.

Der Unterschied zwischen motorisiert und manuell richtet sich nach der Nutzungshäufigkeit. Ein manueller Zip-Screen ist bei seltener Nutzung und schmalen Maßen wirtschaftlich. Das motorisierte Modell bietet bei großen Maßen und täglicher Nutzung Komfort; zudem funktionieren Wind-, Regen- und Sonnensensoren nur bei motorisierten Systemen. Planen Sie Sensoren, ist das motorisierte Modell zwingend; gesteuert wird per Fernbedienung, Wandtaster oder App.

Auch Maßgrenzen sind zu beachten. Mit zunehmender Breite steigen die Windlast auf den Stoff und die Durchbiegungsneigung der Welle. Sehr breite Öffnungen werden deshalb nicht mit einem Behang, sondern mit mehreren Modulen gelöst, dazwischen ein Zwischenpfosten. In der Höhe entscheidet die Kassettengröße; da sich der Stoff oben in die Kassette wickelt, brauchen lange Behänge eine Kassette mit größerem Durchmesser.

Entscheidend bei der Montage ist, Seitenschienen und Kassette an einem tragfähigen Bauteil zu befestigen. Die Schiene nimmt die Windlast vom Stoff auf und leitet sie ins Bauwerk; eine an schwacher Stelle befestigte Schiene verschiebt sich mit der Zeit und stört den Griff der Zip-Verriegelung. Die Verankerung muss in einen Stahlbetonträger, eine Stütze oder das Tragprofil der Pergola erfolgen. Wichtig ist zudem, dass die Schienen exakt lotrecht fluchten; an einer schiefen Schiene wandert der Stoff zu einer Seite.

In der Pflege stechen drei Punkte hervor. Bei Verschmutzung wird der Stoff mit warmem Wasser und pH-neutraler Seife sowie weicher Bürste gereinigt und mit reichlich Wasser nachgespült; Hochdruckreinigung und Bleichmittel sind zu vermeiden. Staub und Sand im Kanal der Seitenschienen erschweren die Bewegung des Zip-Bands - regelmäßige Reinigung dieses Bereichs verlängert die Systemlebensdauer. Den Stoff nicht längere Zeit nass eingefahren zu lassen, ist die wichtigste Regel.

Bei der Entscheidung sind folgende technische Punkte zu prüfen: Stoffart und Openness-Faktor, Schweißqualität des Zip-Bands am Stoff, Querschnitt des Schienenprofils und Tiefe des Zip-Kanals, Kassettendurchmesser, Motorhersteller und Lebensdauer, ob ein Windsensor enthalten ist und wo verankert wird. Wir empfehlen, diese Punkte schriftlich im Angebot zu verlangen.

Zusammengefasst ist der Zip-Screen ein seitlicher Abschluss, der dank Reißverschluss-Kantenschloss bei Wind straff bleibt, je nach Stoffwahl die Sonne filtert oder vollständig abhält und mangels Randspalt Insekten aussperrt. Für ein gutes Ergebnis sollte die Stoffart nach Fassadenausrichtung gewählt, die Schienen an tragfähigen Bauteilen befestigt und der Windsensor aktiv gehalten werden. Sehen Sie sich unsere Zip-Screen-Systeme an - den passenden Stoff legen wir gemeinsam fest.

Um Zip-Screen-Stoff und Maße für Ihre Terrasse festzulegen, fordern Sie eine kostenlose Besichtigung an.

Häufig gestellte Fragen

Da der Stoff an beiden Kanten in der Schiene verriegelt ist, ist er deutlich beständiger als ein klassisches Rollo. Dennoch ist er eine flexible Fläche und sollte ab einer eingestellten Geschwindigkeit per Windsensor automatisch einfahren.

Ja, wenn Verdunkelungsstoff gewählt wird. Screen-Stoff filtert Licht, Kristall-PVC ist transparent; soll es dunkel werden, muss die Stoffart von Anfang an danach gewählt werden.

Ja. Da der Stoff an beiden Kanten in der Schiene verriegelt, entsteht kein Spalt. Für kleine Tiere wie Mücken lassen sich Zip-Stoffe mit speziellem Insektengittergewebe einsetzen.