Standard-Markisenkataloge sind auf bestimmte Breiten- und Ausfallbereiche ausgelegt. Passt Ihre Fassade dazu, gibt es kein Problem; passt sie nicht, bleiben zwei Optionen: die Fläche auf einen Standard reduzieren oder in die Sonderfertigung gehen. Die erste Option lässt meist einen Teil der Fassade ungeschützt oder führt zu einem optisch unpassenden Ergebnis. In diesem Beitrag betrachten wir, wann Wintent-Sondermarkisen ins Spiel kommen und wie sie gefertigt werden.
Die erste Situation, die eine Sondermarkise verlangt, ist das Maß. Eine Fassade zwischen zwei Katalogbreiten wird von einer Standardmarkise entweder zu knapp abgedeckt oder überragt. Zu knappe Abdeckung lässt an den Rändern ungeschützte Streifen; Überstand ragt in die Nachbarfassade oder ein Fenster. In der Sonderfertigung werden Profil und Stoff auf die tatsächlichen Fassadenmaße zugeschnitten - beide Probleme entfallen.
Die zweite Situation ist die Form. Nicht rechteckige Fassaden - dreieckige Giebel, trapezförmige Wände, gebogene Balkonlinien und auf zwei Höhen zusammenlaufende Fassaden - lassen sich mit einer Standardmarkise nicht lösen. Bei diesen Geometrien werden Stoffzuschnittplan, Armwinkel und Befestigungspunkte je nach Form einzeln berechnet. Das Ergebnis ist eine Markise, die die Fassade so annimmt, wie sie ist: Statt die Fassade der Markise anzupassen, passen Sie die Markise der Fassade an.
Die dritte Situation sind Befestigungsrestriktionen. An manchen Fassaden sind die Befestigungspunkte begrenzt; Fenster, Klimagerät, Leuchte oder Regenfallrohr kommen dazwischen. Da die Konsolabstände einer Standardmarkise fest sind, können sie mit diesen Hindernissen kollidieren. In der Sonderfertigung werden die Konsolpositionen nach der vorhandenen Fassade geplant, und die Tragwerksberechnung folgt diesen neuen Abständen.
Gewerbliche Anwendungen sind der häufigste Einsatzbereich von Sondermarkisen. Eine Markise, die entlang einer Café-Fassade ununterbrochen auf einer Linie und in einer Höhe verläuft, gibt dem Ort Identität; stückweise montierte Standardmarkisen wirken zerfahren. An Gewerbefassaden wird zudem oft ein Logo oder Betriebsname auf der Markise gewünscht - das verlangt, Stoffzuschnitt und Fügeplan von Anfang an darauf auszulegen.
Die Stoffbreite ist eine technische Restriktion, die man in der Sonderfertigung kennen muss. Markisenstoffe werden in bestimmten Rollenbreiten gefertigt. Ist die Fassade breiter, werden Stoffbahnen gefügt und es entsteht eine Nahtlinie. Diese Fügestelle ist der empfindlichste Punkt des Stoffes; Dichtheit und Festigkeit sind dort geringer. In hochwertiger Fertigung wird statt Nähen mit Hochfrequenz geschweißt; eine geschweißte Fügung ist wasserdicht und haltbarer als eine genähte.
Auch die Lage der Naht- oder Schweißlinie gehört zum Entwurf. Fällt die Linie in die Stoffmitte, ist sie optisch auffällig; näher am Rand geplant, fällt sie weniger auf. Sie parallel statt senkrecht zur Fließrichtung des Wassers zu planen, verhindert zudem Wasseransammlungen. Das klingt nach Kleinigkeiten, bestimmt aber Aussehen und Leistung der Markise über die Jahre.
Das Armsystem wird bei Sondermaßen neu berechnet. Gelenkarme bringen Feder- oder Gasdruck auf, um den Stoff straff zu halten. Mit wachsendem Ausfall steigen dieser Druck und das Moment am Arm. Bei Sonderbreiten werden Armanzahl, Armquerschnitt und Abstand nach Maß festgelegt. Wo bei einem Standardsystem zwei Arme genügen, kann bei einer breiten Sonderanfertigung ein Zwischenarm nötig werden.
Die Wandbefestigung ist der kritischste Rechenposten einer Sondermarkise. Die gesamte Last liegt auf der Fassade, und mit ausfahrendem Arm steigt das Moment. Konsolanzahl, -abstand und Ankertyp werden daher rechnerisch festgelegt. Die Verankerung muss in Stahlbetonträger, Stütze oder Wandscheibe erfolgen; Porenbeton, Lochziegel oder Außendämmung sind ungeeignet. An gedämmten Fassaden muss der Anker die Dämmung überbrücken und das dahinterliegende Tragbauteil erreichen.
Das Windverhalten folgt bei Sondermarkisen derselben Regel. Eine Markise ist ein System mit flexibler Fläche und muss ab einer bestimmten Windgeschwindigkeit einfahren; mit wachsender Breite steigt die Auftriebskraft auf den Stoff. Bei Sondermaßen und breiten Markisen sehen wir motorisiertes System und Windsensor daher als Standardanforderung. Dieses Thema haben wir in unserem Vergleich manuell/motorisiert ausführlich behandelt.
Farb- und Stoffwahl bieten in der Sonderfertigung ein breiteres Spektrum. Spinndüsengefärbte Acrylstoffe sind farbbeständig und atmungsaktiv; PVC-beschichtete Polyesterstoffe widerstehen Wasser und Schmutz besser. Soll bei gewerblichen Anwendungen ein Markenton exakt getroffen werden, ist der nächstliegende Ton aus den Stoffoptionen zu bestimmen; Stoff wird nicht in Sonderfarbe gewebt, sondern aus der vorhandenen Farbkarte gewählt.
Der Fertigungsablauf dauert länger als bei einer Standardmarkise und umfasst mehr Freigabeschritte. Bei der Besichtigung werden Fassadenmaße, Hindernispunkte, Konsolpositionen und eine etwaige Formkurve aufgenommen. Anschließend wird eine technische Zeichnung erstellt und Ihnen zur Freigabe vorgelegt. Stoffzuschnittplan und Schweißlinien werden anhand dieser Zeichnung festgelegt. Nach Produktionsstart ist eine Maßänderung praktisch unmöglich; deshalb bestätigen wir die Maße gemeinsam in der Freigabephase.
Der Kostenunterschied gehört klar benannt. Eine Sondermarkise ist wegen Einzelbemaßung, Sonderzuschnitt, Schweißarbeit, neu berechnetem Armsystem sowie längerem Aufmaß- und Zeichnungsprozess teurer als eine Standardmarkise. Die Alternative wäre, einen Teil der Fassade ungeschützt zu lassen oder eine architektonisch unpassende Lösung zu akzeptieren. Die gewonnene Abdeckung und die gestalterische Stimmigkeit decken den Unterschied in den meisten Projekten.
Beim Einholen eines Angebots empfehlen wir zu fragen: Ist die Stofffügung genäht oder geschweißt, wie viele Arme kommen zum Einsatz und ist ein Zwischenarm nötig, wurden Konsolzahl und Ankertyp berechnet, sind die Hindernispunkte der Fassade in der Zeichnung eingetragen, sind motorisiertes System und Windsensor enthalten. In der Sonderfertigung ist die schriftliche Ausweisung dieser Punkte kritischer als beim Standardprodukt.
Zusammengefasst werden Wintent-Sondermarkisen für Fassaden gefertigt, die nicht zu Katalogmaßen passen, nicht rechteckig sind oder eingeschränkte Befestigungspunkte haben, sowie für gewerbliche Anwendungen mit Wunsch nach einer durchgehenden Linie. Für ein gutes Ergebnis müssen die Maße präzise aufgenommen, geschweißte Fügungen bevorzugt, Arm- und Konsolberechnung erneuert und in Stahlbeton verankert werden. Sehen Sie sich unsere Sondermarkisen an - die Lösung für Ihre Fassade legen wir gemeinsam fest.
Um Maße und Form Ihrer Fassade vor Ort aufzunehmen, fordern Sie eine kostenlose Besichtigung an - die Sonderlösung planen wir gemeinsam.
Häufig gestellte Fragen
Wenn die Fassade nicht zu Katalogmaßen passt, eine nicht rechteckige Form hat oder die Konsolpositionen mit Hindernissen wie Fenstern, Klimageräten und Fallrohren kollidieren.
Eine genähte Fügung ist der empfindlichste Punkt des Stoffes. Eine mit Hochfrequenz geschweißte Fügung ist wasserdicht und haltbarer; wir empfehlen, danach im Angebot zu fragen.
Ja, an Gewerbefassaden wird das oft gewünscht. Stoffzuschnitt und Fügeplan müssen jedoch von Anfang an darauf ausgelegt sein; nach Produktionsstart ist eine Ergänzung schwierig.