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Bei einer Markise sind Profil und Motor langlebig; das Bauteil, das tatsächlich verschleißt, ist der Stoff. Sonne, Regen, Staub und Temperaturunterschiede wirken direkt auf die Stoffoberfläche. Die Stoffwahl ist daher die Entscheidung, die bestimmt, wie viele Jahre die Markise gut aussieht und wie gut sie schützt. In diesem Beitrag vergleichen wir Acryl, PVC-beschichtetes Polyester und Screen-Gewebe nach ihren technischen Eigenschaften.

Acrylstoffe sind die klassische Wahl für Markisen. Ihr Unterscheidungsmerkmal ist die Spinndüsenfärbung: Das Farbpigment wird der Faser beigemischt, solange diese noch flüssig ist. Die Farbe steckt damit in der Faser selbst, nicht auf der Stoffoberfläche. Bei oberflächlich bedruckten Stoffen nutzt sich die Farbe mit der Zeit ab und verblasst; bei spinndüsengefärbtem Acryl sitzt das Pigment in der Faser und hält seinen Ton auch nach Jahren.

Die zweite auffällige Eigenschaft von Acryl ist die Atmungsaktivität. Die Webstruktur lässt Luft durch, sodass die darunter gestaute Warmluft aufsteigen kann. Das hält den Sitzbereich unter der Markise kühler. Unter Stoffen mit geschlossener Oberfläche staut sich die Luft und das Hitzeempfinden steigt. Atmungsaktivität macht auf im Sommer intensiv genutzten Terrassen einen spürbaren Komfortunterschied.

Die Grenze von Acryl liegt beim Wasser. Der Stoff erhält eine wasserabweisende Ausrüstung; ein Teil des Regens perlt an der Oberfläche ab und läuft weg. Das ist jedoch keine Wasserdichtheit. Bei lang anhaltendem oder starkem Regen durchnässt der Stoff und lässt schließlich Wasser durch. Eine Markise mit Acrylstoff als Sonnen- und nicht als Regenschutz einzuordnen, ist die richtige Erwartung.

PVC-beschichtete Polyesterstoffe unterscheiden sich an dieser Stelle. Auf ein Trägergewebe aus Polyester wird eine PVC-Beschichtung aufgebracht; es entsteht eine porenfreie, geschlossene Oberfläche. Diese Oberfläche ist wasserdicht. Regen dringt nicht in den Stoff ein, sondern läuft ab. Wo die Nutzung auch an Regentagen weitergehen soll, etwa auf Café- und Restaurantterrassen, wird PVC-Stoff bevorzugt.

Der zweite Vorteil von PVC-Stoff ist die einfache Reinigung. Die geschlossene Oberfläche verhindert, dass Schmutz in die Faser eindringt; Staub und Ruß bleiben oben und lassen sich mit Seifenwasser leicht entfernen. In innerstädtischen Lagen mit viel Abgas- und Baustaub macht das einen deutlichen Unterschied. Bei Acryl kann sich Schmutz zwischen den Fasern festsetzen, die Reinigung wird mühsamer.

Die Kehrseite von PVC ist die fehlende Atmungsaktivität. Die geschlossene Oberfläche hält auch Luft zurück; an heißen Tagen staut sich die Luft darunter und das Hitzeempfinden steigt. Zudem strahlt die Oberfläche Wärme nach unten ab, sobald sie sich aufheizt. In im Sommer intensiv genutzten Bereichen, in denen man im Schatten Kühle erwartet, ist das ein entscheidender Nachteil. Sie müssen sich zwischen Wasserdichtheit und Kühle entscheiden.

Screen-Gewebe folgen einer anderen Logik. Sie zielen nicht auf vollständige Schließung, sondern auf kontrollierte Durchlässigkeit. Sie werden aus PVC-ummantelten Garnen über einem Glasfaser- oder Polyesterkern gewebt und haben einen bestimmten Öffnungsfaktor. Dieser Faktor bestimmt, wie viel Licht und Sicht hindurchgeht. Screen-Gewebe kommen in senkrechten Anwendungen zum Einsatz, besonders in Zip-Screen-Systemen.

Der Öffnungsfaktor ist der zentrale Begriff bei der Screen-Wahl. Gewebe mit niedrigem Faktor schneiden mehr Sonne ab und erhöhen die Privatsphäre, verdecken aber mehr Aussicht. Gewebe mit hohem Faktor lassen Sie besser hinaussehen, die Sonnenkontrolle wird jedoch schwächer. Auf einer Terrasse mit Bosporusblick wählt man einen Faktor, der die Aussicht erhält; in einem Westbüro einen dichteren, der die Sonne abschneidet.

Auch das Farbverhalten von Screen-Geweben läuft der Erwartung entgegen. Helle Farben reflektieren mehr Wärme, blenden aber von innen betrachtet, und die Aussicht wirkt ausgewaschen. Dunkle Farben nehmen mehr Wärme auf, erhalten aber den Kontrast beim Blick nach draußen; die Aussicht bleibt klar. Wo die Aussicht zählt, wird ein dunkler Ton bevorzugt, wo die Wärmekontrolle zählt, ein heller.

Das Flächengewicht ist die Masse des Stoffes je Quadratmeter und ein grober Indikator der Haltbarkeit. Schwererer Stoff ist dicker und fester; er gibt im Wind weniger nach und reißt weniger leicht. Dafür ist er schwerer und braucht beim Aufrollen mehr Volumen, was bei einer Kassettenmarkise die Kassettenmaße beeinflussen kann. Hohes Gewicht passt zu breiten, windexponierten Anwendungen; für kleine, geschützte genügt mittleres.

Naht- und Schweißlinien kommen ins Spiel, wenn die Stoffbreite die Fassade nicht abdeckt. Die Fügestelle ist der schwächste Punkt des Stoffes. Bei einer genähten Fügung bilden die Nadellöcher eine für Wasserdurchtritt offene Linie - ein Problem besonders bei PVC-Stoff, von dem Wasserdichtheit erwartet wird. Bei einer hochfrequenzgeschweißten Fügung werden beide Oberflächen aufgeschmolzen und verbunden; das Ergebnis ist wasserdicht und fester.

Die Pflege folgt bei allen drei Stofftypen derselben Logik. Der Stoff darf nie nass eingefahren werden; feucht aufgerollt bildet er Schimmel und Flecken, die meist nicht mehr herausgehen. Eine Reinigung einige Male im Jahr mit weicher Bürste und kaltem Seifenwasser genügt. Bleichmittel, Lösungsmittel und Hochdruckreinigung sind zu vermeiden; sie schädigen die wasserabweisende Ausrüstung von Acryl und die Beschichtung von PVC. Pflegedetails haben wir in unserem Beitrag zur Stofflebensdauer behandelt.

Die Lebensdauererwartung sollte realistisch bleiben. Ein hochwertiger Stoff hält bei richtiger Nutzung viele Jahre; kein Stoff hält jedoch so lange wie das Profil. Der Stoff ist das planmäßig zu erneuernde Teil der Markise. Die gute Nachricht: Ein Stoffwechsel erfordert keinen Mechanikwechsel. Profil, Arme und Motor bleiben an Ort und Stelle; nur der Stoff wird abgenommen und neu eingezogen. Deshalb lohnt es sich, bei der Erstinstallation in die Mechanik zu investieren.

Zusammengefasst: Sind Sonnenkontrolle und Kühle Ihre Priorität, spinndüsengefärbtes Acryl; sind Nutzung an Regentagen und leichte Reinigung Ihre Priorität, PVC-beschichtetes Polyester; wollen Sie an Glasfassaden Sonne abschneiden und die Aussicht erhalten, ist Screen-Gewebe die richtige Wahl. Die Entscheidung ergibt sich aus Sonneneinstrahlung, Windlast, Nutzungsintensität und Aussichtsanspruch zusammen. Sehen Sie sich unsere Markisensysteme an - die Farbkarte gehen wir bei der Besichtigung gemeinsam durch.

Um Stofftyp und Farbe passend zu Ihrer Lage vor Ort zu bestimmen, fordern Sie eine kostenlose Besichtigung an.

Häufig gestellte Fragen

Nein. Acryl hat eine wasserabweisende Ausrüstung; leichten Regen lässt er abperlen, bei lang anhaltendem oder starkem Regen durchnässt er. Wird Wasserdichtheit gebraucht, wählt man PVC-beschichtetes Polyester.

Dass das Farbpigment der noch flüssigen Faser beigemischt wird. Da die Farbe in der Faser statt auf der Oberfläche sitzt, verblasst sie auch nach Jahren nicht; oberflächlich bedruckte Stoffe nutzen sich ab.

Zählt die Aussicht, ein dunkler Ton: Er nimmt mehr Wärme auf, erhält aber den Kontrast beim Blick nach draußen. Steht die Wärmekontrolle im Vordergrund, reflektiert ein heller Ton mehr, blendet jedoch.