Wird geladen…

Ein Vordach ist eine feste Schutzfläche über einer Eingangstür, einem Sitzbereich oder einem Durchgang. Anders als eine bioklimatische Pergola oder ein Stoffdach öffnet und schließt es nicht; es bleibt dauerhaft an Ort und Stelle und schützt den Bereich darunter vor Regen, Schnee und direkter Sonne. Dieses Immer-da-Sein ist zugleich der größte Vorteil eines Vordachs und der Aspekt, der in der Planung die meiste Sorgfalt verlangt. In diesem Beitrag betrachten wir Vordachtypen, Abdeckmaterialien, stützenfreie Lösungen und die Details für eine fachgerechte Ausführung.

Das gelöste Problem ist alltäglich und konkret. Im Regen vor der Tür nach dem Schlüssel suchen und nass werden, mit Einkaufstüten die Tür öffnen und durchnässt sein, der Boden vor der Tür bleibt dauerhaft nass und rutschig - all das verschwindet mit etwa einem Quadratmeter Schutzfläche. An gewerblichen Eingängen wird ein Vordach zum einladenden Element, das Kunden bis zur Tür trocken empfängt.

Nach Tragwerkstyp gibt es zwei Hauptansätze. Kragarm-Vordächer (stützenfrei) werden nur an der Fassade verankert, vorne steht keine Stütze; sie lassen den Durchgang völlig frei. Vordächer mit Stützen werden vorn von einem oder zwei Beinen getragen; sie überbrücken größere Breiten und verringern die Last auf die Fassade. Was passt, hängt von der Auskragung und der Tragfähigkeit der Fassade ab.

Beim Kragarm-Vordach entscheidet die Fassade. Da die gesamte Last auf einer Kante liegt, muss die Verankerung in einen Stahlbetonträger, eine Stütze oder eine Wandscheibe erfolgen. Ein nur in Porenbeton oder Lochziegel befestigtes Kragarm-Vordach wirkt zunächst unauffällig, bewegt sich aber unter Schneelast oder über die Jahre. Auch die Auskragung ist begrenzt; je nach Profilquerschnitt ist eine Lösung meist in einem bestimmten Bereich möglich, bei größeren Flächen braucht es ein vorderes Bein.

Das Abdeckmaterial prägt den Charakter des Vordachs. Kompakte Polycarbonatplatten sind leicht, schlagfest und wirtschaftlich, in klar, opal oder getönt erhältlich. Opales Polycarbonat lässt Licht durch, streut aber direkte Sonne und hält den Bereich darunter kühler. Stegplatten aus Polycarbonat werden wegen Leichtigkeit und Dämmwirkung bei großen Flächen bevorzugt; ihre Neigung, mit der Zeit Staub zu halten und zu vergilben, macht die Wahl eines UV-geschützten Produkts jedoch zwingend.

Eine Glasabdeckung bietet ein dauerhafteres und klareres Bild. Beim Vordach liegt das Glas über Kopf, daher ist Verbundsicherheitsglas zu verwenden. Die PVB-Zwischenschicht zwischen zwei Scheiben verhindert, dass Stücke herabfallen, selbst wenn das Glas bricht. Einscheibensicherheitsglas allein genügt über Kopf nicht, da die Krümel im Bruchfall frei fallen können. Ein Glasvordach ist schwerer als Polycarbonat und verlangt eine entsprechend dimensionierte Konstruktion.

Aluminiumverbund- oder Blechabdeckungen bilden eine vollständig lichtundurchlässige Fläche. Sie halten den Bereich darunter im vollen Schatten und geben an modernen Fassaden eine klare Linie. Da sie kein Licht durchlassen, besteht die Gefahr, den Bereich vor der Tür zu verdunkeln; sie werden daher an schmalen Eingängen und bereits hellen Fassaden bevorzugt. Das Regengeräusch ist bei diesem Material ausgeprägter als bei Polycarbonat und Glas.

Das Gefälle ist das am meisten vernachlässigte Detail. Die Abdeckfläche wird nie völlig eben ausgeführt; ein bestimmtes Gefälle muss dafür sorgen, dass Wasser abläuft und Staub- und Laubablagerungen abgespült werden. Bei zu geringem Gefälle staut sich Wasser und hinterlässt beim Trocknen Kalk- und Schmutzränder; im Winter ermüden Frost-Tau-Wechsel dann Abdeckung und Fugendichtungen. Das richtige Gefälle ist die einfachste Maßnahme, damit ein Vordach auch nach Jahren sauber aussieht.

Auch die Entwässerung muss von Anfang an geplant werden. Läuft das Wasser vom Vordach unkontrolliert vor die Tür, haben Sie das Problem verschoben statt gelöst. In einer korrekten Lösung gelangt das Wasser in eine in den Frontträger integrierte verdeckte Rinne und wird über die Stützen oder ein Fallrohr an der Fassade zur Bodenentwässerung geführt. Bei Kragarmausführungen ist besonders zu überlegen, wohin das Rinnenwasser geht.

Die Schneelast ist bei festen Systemen ein kritischer Rechenposten. Eine Stoffmarkise oder ein Rolling Roof lässt sich bei Schneefall einfahren; ein Vordach nicht. Es muss daher nach den Schneedaten der Region ausgelegt werden, mit entsprechend gewählten Tragquerschnitten und Ankerzahlen. Auf der Windseite wird die Auftriebskraft berücksichtigt, die unter das Vordach fahrender Wind erzeugt; diese Kraft ist oft fordernder als die Schneelast und verlangt eine gegen Herausziehen dimensionierte Verankerung.

Im Vergleich zu öffenbaren Systemen erfüllt ein Vordach einen anderen Zweck. Eine bioklimatische Pergola lässt Schatten und Belüftung regeln; ein Vordach ist nicht regelbar und gibt konstant denselben Schutz. Das ist an Punkten wie Eingängen von Vorteil, die jederzeit geschützt sein müssen. Dagegen ist es in einem Sitzbereich eine Einschränkung, die Sonne nicht nach Wunsch hereinlassen zu können; auf weiten Terrassen treten daher regelbare Systeme in den Vordergrund.

Produktseitig gibt es zwei typische Lösungen. Wirtschaftliche Vordachsysteme geben mit Standardmaßen und schlichtem Tragwerk eine kostengünstige Antwort auf klare Bedürfnisse wie den Schutz über der Tür. Das Aluminium-Arm-Vordach ermöglicht mit kräftigerem Tragwerk größere Auskragungen und schwerere Abdeckungen; es wird an gewerblichen Eingängen und bei intensiver Nutzung bevorzugt.

Bei Eingängen liefert ein Vordach bessere Ergebnisse, wenn es zusammen mit dem Türsystem gedacht wird. An gewerblichen Eingängen mit Sensor-Automatiktür verringert ein Vordach den Einfluss von Regen und direkter Sonne auf den Sensor und empfängt Kunden trocken. Bei Aluminiumtüren wirkt der Eingang stimmig und aufgeräumt, wenn die Profilfarbe des Vordachs auf die Tür abgestimmt ist.

In der Pflege verlangt ein Vordach wenig, darf aber nicht vernachlässigt werden. Die Abdeckfläche wird einige Male im Jahr mit weicher Bürste und Seifenwasser gereinigt; Scheuerschwämme, Metallschaber und Hochdruckreinigung sind zu vermeiden, da besonders die UV-Schutzschicht von Polycarbonat durch Druckwasser leidet. Die Rinne sollte einmal jährlich von Laub- und Staubablagerungen befreit werden, damit die Entwässerung zuverlässig funktioniert.

Zusammengefasst ist ein Vordach eine Lösung, die dauerhaft an Ort und Stelle bleibt, keine Einstellung braucht und an Eingängen und Durchgängen bleibenden Schutz bietet. Für ein gutes Ergebnis muss das Abdeckmaterial nach Bedarf gewählt, über Kopf Verbundsicherheitsglas eingesetzt, Gefälle und Entwässerung korrekt ausgeführt und in Stahlbeton verankert werden. Sehen Sie sich unsere Vordachsysteme an - den passenden Typ legen wir gemeinsam fest.

Um den passenden Vordachtyp für Ihren Eingang oder Sitzbereich festzulegen, fordern Sie eine kostenlose Besichtigung an.

Häufig gestellte Fragen

Nein, ein Vordach ist ein festes System; es bleibt an Ort und Stelle und bietet konstant denselben Schutz. Ist regelbarer Schatten gewünscht, sind bioklimatische Pergola oder Stoffdach zu prüfen.

Die häufigsten Optionen sind kompaktes Polycarbonat oder Stegplatten, Verbundsicherheitsglas und Aluminiumverbundplatte. Wird über Kopf Glas eingesetzt, muss es stets Verbundglas sein.

Ja, ein Kragarm-Vordach wird ohne vordere Stütze ausgeführt. Voraussetzung ist, dass in Stahlbetonträger, Stütze oder Wandscheibe verankert werden kann und die Auskragung im zulässigen Bereich bleibt.